Handchirurgie
Patienteninformation
Dupuytren´sche Kontraktur
Definition:
Bei der Dupuytren´schen Kontraktur handelt es sich um eine gutartige Wucherung des Bindegewebes der Hand. Durch Knoten- und Strangbildung in der Hand, die auf die Finger übergreifen können, kommt es zu Zug und Beugestellung einzelner oder mehrerer Finger.
Ursachen:
Die genaue Ursache der Erkrankung ist nicht bekannt. Ein gehäuftes Vorkommen findet man bei Diabetes mellitus, Nikotin- und Alkoholabusus sowie Epilepsie. Auch eine familiäre Häufung (genetische Disposition) kommt vor. Männer sind von der Erkrankung häufiger betroffen als Frauen.
Erscheinungsbild:
Charakteristisch für die Erkrankung sind knotige, strangförmige oder flächenhafte Veränderungen vor allem des Klein- und Ringfingers. Zunächst entstehen nur strangartige Verhärtungen, meist in der Hohlhand über dem 4. oder 5. Strahl. Bei Fortschreiten (jahrelanger Verlauf möglich) kommt es beim flächenhaften Verlauf zu Grübchen förmigen Einziehungen der Haut.
Der strangförmige Typ neigt durch Schrumpfung der Bindegewebsfasern zu Beugekontrakturen der Finger, die Finger können in den Grundgelenken und später auch in den Zwischengelenken nicht mehr vollständig gestreckt werden. Dies führt zu einer eingeschränkten Greiffunktion, die Finger stören in der Hohlhand z.B. schon beim Hände geben.
Diagnostik:
Die Diagnostik der Erkrankung ist aufgrund der typischen Veränderungen einfach. Meist kommt es anfangs zu Hauteinziehungen und Knoten in der Hohlhand. Später bilden sich Stränge in Richtung der Finger aus. Diese Stränge schrumpfen und es kommt zur Krümmung in Fingergrund- und Mittelgelenken. Eine Röntgendiagnostik ist nicht erforderlich da die Veränderungen lediglich das Weichteilgewebe und nicht die Knochen betreffen.
Therapie:
Nur bei eindeutiger Einschränkung der Handfunktion sind operative Maßnahmen indiziert. Sind nur Verhärtungen der Hohlhand oder der Finger ohne Fehlstellungen der Gelenke vorhanden besteht keine OP Indikation.
Im Gegenteil bergen Operationen in diesem Stadium ein hohes Rezidivrisiko mit massiver Verschlechterung des Befundes in sehr kurzer Zeit. Einzige Therapieoption im Frühstadium ist die Nadelfasziotomie bei der unter örtlicher Betäubung oder in Narkose mit einer scharfen Kanüle mehrfach in unterschiedlichen Richtungen in die Stränge eingestochen wird um die Bindegewebsstränge zu durchtrennen und die Verhärtungen zu lösen.
Sobald es zu einer Beugekontraktur der Finger in den Grundgelenken kommt und eine vollständige Streckung nicht möglich ist, ist eine operative Therapie sinnvoll. Konservative Maßnahmen haben dann keine Aussicht auf Erfolg. Die Operation erfolgt in Plexus- oder Allgemeinnarkose. Das verhärtete Fasziengewebe wird unter Schonung der Beugesehnen und Gefäße sowie Nerven entfernt. Eine bestimmte Schnittführung in der Hohlhand und über den Fingern soll spätere Narbenkontrakturen verhindert.
Kontrakturen könne durch zusätzliche Z-Plastiken therapiert werden. In der Hohlhand kann auch eine offene Wunde verbleiben die sekundär heilt.
Nachbehandlung:
Nach der Operation erfolgt i.d.R. die Anlage einer Unterarmgipsschiene über einem gepolsterten Verband mit Einschluss der Langfinger für 14 Tage. Aus der Schiene können physiotherapeutische Maßnahmen erfolgen. Die Hautfäden werden nach 14 bis 21 Tagen entfernt. Eine Fortführung der Physiotherapie ist nach Ausmaß der vor der OP bestehenden Kontraktur erforderlich.
Wichtige Verhaltensregeln nach der OP:
- Hochlegen und Hochhalten des Armes über Herzhöhe um der Schwellneigung in den nächsten Wochen entgegenzuwirken
- Kühlen mit Eis (nicht bei Gefäß-/Nervennaht)
- Bewegen der nicht betroffenen Finger, des Handgelenkes, des Ellenbogens und der Schulter
- die Hand ohne Widerstand im täglichen Leben einsetzen
- die Wunde kann hin und wieder bluten ohne das ein Schaden entsteht
- regelmäßige Wundkontrollen beim niedergelassenen Chirurgen sind erforderlich
- Physiotherapie ist nach der OP erforderlich um die durch die OP erreichte Streckung und
- Beugung der Finger zu erhalten
Was Sie als Patient wissen sollten: Eine Veranlagung zu neuen Strängen kann nicht verhindert werden, sie können wieder auftreten, müssen aber nicht.
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