Endoprothetik
Patienteninformation
„Das künstliche Gelenk“
Die hohe Anzahl weltweit eingebauter künstlicher Gelenke (Endoprothesen) lässt derartige Operationen leicht als Routine erscheinen. Wir sind uns bewusst, dass die Implantation einer Endoprothese für unsere Patienten eine Ausnahmesituation darstellt. Dem lässt sich nicht nur durch eine umfangreiche und angepasste Aufklärung entgegenwirken, sondern auch durch Aufmerksamkeit gegenüber Ihren Fragen und Bedürfnissen. Zudem handelt es sich um Eingriffe, die in hohem Grade an die individuellen Gegebenheiten des jeweiligen Patienten angepasst werden. So kann durch eine eventuell vorgeschaltete Behandlung das Operationsrisiko gesenkt werden oder die Verfügbarkeit spezieller Prothesen (z.B. bei Nickel-Allergie, Modular-Implantate bei besonderen Defektsituationen oder Wechsel-Eingriffen) sichergestellt werden. Nutzen Sie daher bitte die Möglichkeit, sich im Vorfeld persönlich beraten zu lassen.
In den meisten Fällen erfolgt die stationäre Aufnahme einen Tag vor der geplanten Operation. Es erfolgen die vorbereitenden Untersuchungen und Gespräche und Sie können sich mit den Gegebenheiten der Klinik vertraut machen.
Wundschmerzen nach der Operation halten sich durch eine adäquate Schmerzmedikation in Grenzen. Gerade im Bereich der Knieendoprothetik kann durch unsere Anästhesiologische Abteilung mittels spezieller Katheder, durch die lokale Schmerzmedikamente verabreicht werden, eine effektive Schmerztherapie erfolgen.
Ziel ist eine frühe und sichere Mobilisation, bei der Sie durch unsere Physiotherapeuten begleitet werden. Der stationäre Aufenthalt beläuft sich in der Regel auf 2 Wochen, während derer die rehabilitative Weiterbehandlung ambulant oder stationär organisiert wird. Eine Nachkontrolle ist sichergestellt.
Der Einbau einer Endoprothese kann mit einem erhöhten Blutverlust verbunden sein. Durch die Wiedergewinnung von Blut während der Operation mit einem so genannten Cell-Saver kann der Bedarf an Fremdkonserven erheblich minimiert werden.
Die folgenden Medikamente haben Einfluß auf Ihre Operationsfähigkeit:
- Marcumar — kann in der Regel nicht einfach ausgesetzt werden, sondern muss überlappend umgestellt werden (z.B. Heparin-Spritzen). Hierzu ist die enge Zusammenarbeit mit Ihrem behandelnden Arzt erforderlich.
- Acetylsalicylsäure z.B. Aspirin, ASS uvm. (7 Tage) — das Absetzen von Acetylsalicylsäure wird zunehmend kritisch diskutiert. Je nach Grund für die Einnahme kann das Risiko durch das Absetzen überwiegen. Im Vorfeld sollte hier ein Informationsaustausch zwischen Ihrem behandelnden Arzt und dem Operateur erfolgen
- Tiklopedin z.B. Tyklid (7 Tage)
- Clopidogrel z.B. Plavix (10 Tage)
- Metformin z.B. Glucophage (3 Tage)
Diese Medikamente sollten bis auf wenige Ausnahmen vor dem Eingriff abgesetzt werden (Karenzzeiten in Klammern). Bitte befragen Sie hierzu unbedingt auch Ihren behandelnden Arzt. Bitte bringen Sie zum Vorgespräch und zur stationären Aufnahme sämtliche Vorbefunde einschließlich eventuell vorhandener Prothesenpässe und Allergieausweise mit.
Endoprothetik:
- » Allgemeines
- » Knieendoprothetik
- » Hüftendoprothetik
- » Nachbehandlung
