Endoprothetik

Patienteninformation

Hüftgelenkoberflächenersatz

Für den jüngeren Patienten kommt der Oberflächenersatz nach McMinn in Frage. Dabei bleibt der Hüftkopf weitestgehend erhalten und wird lediglich abgeschliffen. Wie beim Zahnersatz erfolgt dann eine „Überkronung“ des Hüftkopfes. Die Hüftgelenkpfanne wird ebenfalls ersetzt, wobei eine in höchstem Maße abriebfeste Metall-Metall Gleitpaarung zum Einsatz kommt. Damit bleibt die Schenkelhalsregion für eventuell zukünftig erforderliche Wechseleingriffe unberührt. Dies ist der entscheidende Vorteil dieses Prothesentyps. Weiterhin bedingt der große Kopfdurchmesser einen verbesserten Bewegungsumfang. Die Verankerung kann mit Hilfe von Knochenzement oder auch zementfrei erfolgen. Eine Osteoporose (Knochenschwund) sollte bei Risikopatienten im Vorfeld ausgeschlossen werden.

Oberflächenprothese
                                nach McMinn

Oberflächenprothese
nach McMinn

Modell einer eingesetzten Oberflächenprothese
Röntgenaufnahme einer
                                eingesetzten
                                Oberflächenprothese

Röntgenaufnahme einer
eingesetzten
Oberflächenprothese

Langfristig problematisch ist der Materialübergang der Kappe zum verbleibenden Knochen des Schenkelhalses. Hier findet die Kraftausleitung statt und so kann es im Verlauf zu Ermüdungsbrüchen kommen. Mitunter kann dies auch Folge von Knochendurchblutungsstörungen unter der Kappe sein, die aber nicht so häufig vorkommen, wie ursprünglich angenommen. Mit speziellen Modularköpfen kann dann aber unter Erhalt der Pfanne ein problemloser Wechsel auf eine reguläre Prothese erfolgen. Erwähnt werden sollte trotz der offensichlichen Vorzüge gerade beim jüngeren Patienten, dass aufgrund des großen Kopfdurchmessers das zu fräsenende Pfannenlager im Becken größer ausfällt (im Durchschnitt 6 mm). Aktuell ist es zu Diskussionen bezüglich Materialreaktionen gekommen. Derzeit nicht eindeutig beantwortet werden kann, ob es sich hierbei um allergische oder toxische Reaktionen auf die in geringem Umfang entstehenden Abriebpartikel handelt. Die Diskussion dieser Punkte soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit diesem Prothesentyp bei strenger Indikationsstellung hervorragende funktionelle Ergebnisse zu erzielen sind, die geradezu ideal für den betroffenen Patienten jüngeren Alters mit hohem Aktivitätsanspruch sind und durchaus Standzeiten vergleichbar mit regulären Implantaten erreicht werden können.