Osteoporose

Patienteninformation

Wenn der Knochen an Stabilität verliert

Rund 8 Millionen Menschen leiden in Deutschland an Osteoporose, einer altersassoziierten Erkrankung des Knochenstoffwechsels. Die Osteoporose führt zu einer Abnahme der Knochenmineralisierung und dadurch zu einer verminderten Stabilität. Gut die Hälfte der an Osteoporose Erkrankten, ganz überwiegend Frauen ab den Wechseljahren, werden im Laufe des Lebens hierdurch eine Wirbelkörperfraktur erleiden. Dies ist nicht nur in der Akutphase ein äußerst schmerzhaftes Ereignis mit entsprechender Verschlechterung der Lebensqualität und leider auch gesteigerter Sterblichkeit. Vor allem aufgrund des wachsenden Anteils älterer Menschen stehen wir vor einem Problem von erheblicher Tragweite, mit dem wir immer häufiger konfrontiert werden.

Osteoporose ist aber nicht nur eine schicksalhafte Erkrankung des alternden Menschen. Oftmals tritt sie auch als Begleiteffekt anderer Erkrankungen und auch Behandlungen auf. Besonders häufig ist dies bei Erkrankungen der Fall, die über viele Jahre mit Kortisonmedikamenten therapiert werden müssen. Wichtig ist es daher, bereits im Vorfeld bei bestimmten Kombinationen von Risikofaktoren eine Abklärung der Osteoporose durchzuführen und wenn erforderlich eine Therapie einzuleiten, entsprechend der Ursache der Osteoporose.

Mit diesem Thema konfrontierte Berufsgruppen und Fachverbände haben diese Problematik seit Jahren erkannt. Durch Information, Netzwerk- und Schwerpunktbildung sowie Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie wird versucht, die Versorgungsqualität zu verbessern, die Osteoporose frühzeitig zu erkennen und das Auftreten ihrer Komplikationen (u.a. Knochenbrüche) zu verhindern. Ein wichtiges Instrument hierbei sind die Leitlinien der DVO (Dachverband der osteologischen Fachgesellschaften e.V.), die turnusmäßig aktualisiert, den gesicherten Wissensstand wiedergeben und entsprechende Therapieempfehlungen aussprechen.

Typisch für die häufigste Komplikation der Osteoporose, den Wirbelbruch, ist das spontane Auftreten bei oftmals nur geringen äußeren Krafteinwirkungen, beispielsweise beim Bücken oder Anheben eines Gegenstandes. In vielen Fällen ist für den Betroffenen aber gar kein besonderes Ereignis erinnerlich. Mit einem Mal sind heftige Schmerzen aufgetreten oder haben sich vorbestehende Beschwerden verschlimmert. Entsprechend der in den meisten Fällen fehlenden Krafteinwirkung sind die osteoporosebedingten Wirbelkörperbrüche in der Regel stabile Einbrüche und Verformungen. Dies macht sie aber nicht weniger schmerzhaft. Gelegentlich liegt auch nur eine schmerzhafte Wassereinlagerung im Knochen vor. Um diese Veränderungen aufzudecken und frische Osteoporosebrüche nachzuweisen, ist die Kernspintomografie sehr hilfreich.

Behandlungsmöglichkeiten bestanden bisher nur durch Immobilisierung, also weitgehende und langwierige Bettruhe, Schmerzmedikation und Stützkorsette. Eine Einflussnahme auf die Dauerfolgen dieser Brüche wie Begleiterkrankungen durch die Einschränkung der Lebensaktivität, Folgeschäden und chronische Rückenschmerzen uvm. war damit kaum möglich.